Was als Sabbatical begann, ist heute ein fester Teil meines Lebens.

Drei Reisen, viele besondere Momente – und ein Ort, der mich nicht mehr loslässt.

Wie alles angefangen hat

Im Jahr 2022 fasste ich den Entschluss, mir 2023 ein Sabbatical zu gönnen. Die Planung begann – und eines war von Anfang an klar: Es sollte wieder nach Afrika gehen. Über einige Umwege wurde ich schließlich auf Helping  Hands 4 Wildlife aufmerksam.
 
Anfang Juli 2023 landete ich in Nelspruit und mein Vervet-Abenteuer begann. Direkt bei meiner Ankunft lernte ich auch den südafrikanischen Winter kennen: Auf dem Weg zur Farm fuhren wir durch Schneeregen in den Bergen – ein Moment, den ich niemals vergessen werde. Wie verrückt und wunderschön zugleich, das erleben zu dürfen.
 
Als wir auf der Farm ankamen, war es bereits dunkel. Ich konnte zunächst kaum etwas erkennen, spürte aber sofort diese besondere Atmosphäre. Elli war damals schon mehrere Monate vor Ort und wir verbrachten direkt einen wunderschönen ersten Abend zusammen. Neben mir war auch noch Katha da und Maria ist am gleichen Tag wie ich angekommen.

Mein erster Morgen auf der Farm

Am nächsten Morgen begann dann mein erstes echtes Volunteering-Abenteuer. Während der Orientation wurden wir mit allem vertraut gemacht – mit den Abläufen auf der Farm, dem Umgang mit den Tieren und auch damit, dass Affen beißen können. Tatsächlich wurde Katha direkt an diesem Morgen von Franky gebissen. Genau das gehört zur Arbeit mit Wildtieren dazu und zeigte mir sofort, wie wichtig die Einweisung und vor allem das Lesen der Körpersprache der Vervets ist. In den kommenden Wochen lernte ich unglaublich viel darüber.

Aus zwei Wochen wurden drei

Eigentlich waren nur zwei Wochen geplant – doch spontan entschied ich mich zu verlängern und blieb noch eine dritte Woche. Nicht nur die Tiere, sondern auch die Menschen dort sind mir unglaublich ans Herz gewachsen. Es entstanden echte Freundschaften, und bis heute bleiben wir über unsere WhatsApp-Gruppe in Kontakt und verfolgen gegenseitig unser Leben.

Schnell war mir klar: Ich komme wieder.

Schon während meines ersten Aufenthalts schrieb ich meinem Neffen, dass dies der perfekte Ort für meine Schwester wäre. Einige Wochen später fragte ich sie, ob sie sich vorstellen könnte, mitzukommen. Gerührt sagte sie sofort: „Ja.“
Die Reise wurde schließlich ihr Familiengeschenk zum 50. Geburtstag.
 
So ging es im Oktober 2024 erneut nach Südafrika – diesmal gemeinsam mit meiner Schwester und Katha, die inzwischen eine enge Freundin geworden war. Für meine Schwester war diese Reise eine emotionale Achterbahnfahrt: Zum ersten Mal sah sie echte Armut, arbeitete mit geretteten Wildtieren und erlebte die faszinierende Tierwelt des Kruger National Parks hautnah. Eine Erfahrung, die sie für immer in ihrem Herzen tragen wird.

Aus Helfen wurde mehr

Zu diesem Zeitpunkt hatte Elli gerade Helping Hands übernommen und wir unterstützten sie zusätzlich bei verschiedenen organisatorischen Aufgaben. Die Zeit war wunderschön – und wie immer viel zu kurz.
 
Seitdem engagiere ich mich auch ehrenamtlich als Direktorin innerhalb der NGO.

Noch einmal zurück

Im Oktober 2025 ging es dann bereits zum dritten Mal nach Südafrika – diesmal sogar für vier Wochen, um noch intensiver helfen zu können und mehr Zeit mit den Tieren und Elli zu verbringen. Es war erneut eine ganz besondere Zeit, vor allem durch die vielen Baby-Vervets, die wir versorgen durften. Kurz zuvor hatte ich außerdem zufällig eine Mitarbeiterin von dm-drogerie markt kennengelernt, wodurch wir Milchpulver-Spenden mit nach Südafrika nehmen konnten. Gerade solche Unterstützung bedeutet unglaublich viel für die Farm, denn jede Hilfe zählt.

Besondere Momente auf und abseits der Farm

Während dieses dritten Aufenthalts besuchten wir außerdem den Chief und seine Familie. Dabei erhielten wir einen kleinen Einblick in die Kultur der Siswati bzw. Swazi. In Eswatini und den angrenzenden Regionen Südafrikas spielen traditionelle Chiefs bis heute eine wichtige Rolle innerhalb der Gemeinschaften. Sie gelten als Respektspersonen, Bewahrer von Traditionen und Ansprechpartner für viele soziale und kulturelle Themen. Es war eine große Ehre, diese Gastfreundschaft erleben und mehr über die Kultur und Werte der Menschen vor Ort erfahren zu dürfen.
 
Auch die Unterkunft auf der Farm machte die Zeit dort besonders. Die gemütlichen Chalets mitten in der Natur bieten einen wunderbaren Rückzugsort nach den emotionalen und oft intensiven Tagen mit den Tieren. Morgens von Vogelstimmen geweckt zu werden und abends gemeinsam unter dem afrikanischen Sternenhimmel zu sitzen – genau das macht diesen Ort so einzigartig.
 
Und nächstes Jahr geht es wieder los … Ich freue mich jetzt schon unglaublich darauf, alle wiederzusehen.

Manuela, Volunteer und NGO-Direktorin aus Deutschland

Helping Hands for Wildlife Team Vervet

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